Reitunterricht für Kinder ab 3-4 Jahren?!

 

Bei Kindern sprechen wir nicht von Unterricht, sondern vielmehr von einer altersentsprechenden Begegnung zwischen Kindern und dem Pferd. Das Kind erlebt in diesem Alter die Welt mit seinem Fühlen, Denken und Handeln anders als ein Erwachsener. Dies ist mit einer kreativen, spielerischen und nicht leistungsorientierten Ausbildung unbedingt zu berücksichtigen. In diesem Alter wird das Kind, altersentsprechend mit Spiel, Spaß, Abwechslung und seinem natürlichen Enddeckungsdrang auf die „Reitschule“ vorbereitet. Das Kind darf bei dieser Arbeit nicht überfordert werden und es bedarf einer guten Wahrnehmung und einem ausgeprägtem Einfühlungsvermögen des Ausbilders. Ein Kind z.B. im Vorschulalter sollte aus Sicht des Orthopäden z.B. nicht öfter als 2 – 3 mal wöchentlich für 10 – 15 Minuten auf dem Pferd sitzen, da das Knochengerüst noch nicht ausgereift ist. Langsam kann dies mit zunehmendem Lebensalter und körperlicher Entwicklung gesteigert werden.

 

Auch ist sein Konzentrationsvermögen nicht mit einem Jugendlichen oder Erwachsenen zu vergleichen. Sie wollen aber beschäftigt sein und brauchen unterschiedliche und abwechslungsreiche Angebote. Im spielerischen Umgang mit dem Pferd wird neben den Zielen der reiterlichen Qualität das Kind ganzheitlich im körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Umgang angesprochen.

Beispiele hierfür sind:

Motorischer Bereich

 

  • Lockern und entkrampfen mit Hilfe des rhythmischen Bewegungsablaufes des Pferdes
  • Förderung von Gleichgewicht und Koordination
  • Steigern der Beweglichkeit und Gleichgewicht
  • Einfühlen in die Bewegung des Pferdes mit dem Ziel der Losgelassenheit

 

Emotional – Geistiger Bereich

 

  • Schulung der Wahrnehmung
  • Ausdrucksverhalten des Pferdes richtig deuten
  • Annehmen von Korrekturen
  • Stärkung des Selbstbewusstseins, des Selbstwertgefühls und das Vertrauen in die eigene Kraft
  • Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Erleben der eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen und Kräfte

 

Sozialer Bereich

 

  • Akzeptieren und Einhalten gemeinsam erstellter Regeln
  • Anerkennen der Leistung anderer
  • Eingliedern der Ich – Ansprüche in die Gruppe
  • Bereitschaft zu Kompromissen
  • Helfen und Hilfe annehmen
  • Beziehungen auf- und ausbauen und Vertrauen zum Partner ( Kind – Pferd – Ausbilder) entwickeln
  • Aufbau von Freundschaften
  • Das Pferd als Partner und nicht als Sportgerät zu sehen.
  • Verantwortung gegenüber dem Pferd zu übernehmen

 

Das Kind wird durch die Arbeit und den Umgang mit Pferden langfristig und positiv geprägt und enthält wichtige Impulse für seine weitere Entwicklung und seine Persönlichkeit, nicht nur im Reitsport.

 

Insbesondere bei Kindern gibt es aber im Vorfeld noch weitere Bereiche, denen eine große Bedeutung zukommt.

 

Die Sicherheit und Unfallverhütung ist in allen Bereichen besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da Kinder in diesem Alter ein kaum ausgeprägtes Gefühl für Gefahren haben. Der Ausbilder übernimmt im besonderen Maße Verantwortung für seine Schüler.

 

Neben der korrekten Ausrüstung von Reiter und Pferd ist gerade in der Kinderausbildung auf ein sicheres Umfeld zu achten, in dem die Reitstunde stattfindet. Reitunterricht findet bei uns nur einzeln oder in Kleingruppen statt und bei Bedarf ist ein geeigneter Helfer dabei.

 

Ein wichtiger Punkt ist auch die Auswahl des geeigneten Pferdes. Es sollte einen ruhigen, gelassenen, gutartigen Charakter haben. Isländer sind hierfür bestens geeignet.

 

Als letzten, aber für uns wichtigen Gesichtspunkt, möchten wir die ethischen Grundsätze als Basis für den Pferdefreund erwähnen, die Alters- und Kind gerecht in den laufenden Unterricht mit eingebaut werden.

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